Tour-de-Bier Pfingsten 2026
Ein Bericht von Klaus Kling:
Die 20. Tour-de-Bier 2026 (vom 23. – 25. Mai in 95111 Rehau, Fichtelgebirge) ist vorüber und wir können sagen, es war eine außergewöhnliche und auch interessante Tour bei (leider) viel zu hochsommerlichen Temperaturen.
Aber wann und wo konnten wir Bier-Freunde nämlich schon mal ca.100 (Spezial-)Biere von knapp über 30 kleinen und mittelständischen Brauereien nach Herzenslust probieren und genießen. Die Stadt Rehau hat es mit dem „Ersten Bayrisch-Tschechischen Bier-Festival“ möglich gemacht, welches wir als Anlass für die Tour-de-Bier nahmen. Und ich wagen es zu behaupten, dass es nicht bei diesem einen bleiben wird, denn es war durchaus erfolgreich. Natürlich klappt nie alles hundertprozentig auf Anhieb. Muss es auch nicht. Letztlich gab es aber nicht viel zu bemängeln, höchstens, dass es mit der Disposition der angebotenen Speisen und Spezialitäten noch nicht so ganz funktionierte. Allerdings nur insofern, dass einige davon teilweise am frühen Samstagabend bereits ausverkauft waren. Aber wie heißt es doch so schön: „learning by doing“. Nächstes Mal hat man Zahlen vorliegen und alles wird besser – garantiert.
Das Festival war an Pfingsten und man hätte, schon allein wegen des Aufwandes, aus meiner Sicht auch den Pfingst-Montag mit einbeziehen können und sollen. Das Festival endete offiziell nämlich bereits am Sonntagmittag gegen 14.00 Uhr. Eindeutig zu kurz für ein solches Event. Aber das wird der Veranstalter vielleicht und hoffentlich bei einem weiteren Festival nochmals überdenken (voraussichtlich 15. bis 16. Mai 2027).
Ansonsten war das Speisen- und Getränkeangebot wirklich gut und ausreichend und auch die tschechische Showband „The Moodies“ aus Cheb, „Grannys Pearl“ aus Naila und die „Fichtelgebirgsmusikanten„hatten samstags bzw. sonntags gut beklatsche Auftritte und rundeten die Veranstaltung passend ab.
Auch gute alte Bekannte trafen wir auf dem Festival. Einige Kommunbrauer und zum Beispiel auch unseren langjährigen Freund und Braukollegen Metzgermeister „Manni“ (Manfred Reichert) vom „Uetzinger Metzgerbräu“. Der hatte zwei seiner Klassiker im Ausschank. Die liefen runter wie Öl. Eins muss man dem „Manni“ lassen, brauen kann er auch. Aber nicht nur brauen, er macht u.a. auch einen super gerauchten Schinken, der leider ebenfalls viel zu rasch abverkauft war. Ich wollte nämlich noch ein Stück mit nachhause nehmen. Ja, da hatte ich wohl Pech.
Wir übernachteten im Hotel-Restaurant „Fränkischer Hof“, was ein echter Glücksgriff war. Das bieraffine Betreiber- und Inhaber-Ehepaar Zehender war superfreundlich und stets behilflich. Ambiente und Zimmer waren bzw. sind ebenfalls lobenswert zu erwähnen. Zudem ist der Chef „Uwe Zehender“ nicht nur ein passionierter Bier-Freund, sondern er ist auch noch Bier-Sommelier. Das hat natürlich optimal gepasst. Problemlos konnten wir am Samstagabend ein Fässchen leckeres Kommun-Bier, welches uns Kurt-Maria Adler mitbrachte, im schönen Innenhof des Hotel-Restaurants in geselliger Runde gemütlich verkosten. Aber wie immer war das Fässchen leider viel zu schnell leer.
Zwischendurch hat der „Chef“ sogar noch persönlich für uns gegrillt und seine Gattin hat dazu extra auch noch einen „sauguten“ Kartoffelsalat gemacht und aufgetischt Fazit: Das Hotel-Restaurant „Fränkischer Hof“ ist absolut zu empfehlen. Bitte weitersagen.
Auch ist das Städtchen Rehau und die bewaldete und leicht hügelige Umgebung, gelegen zwischen Bayrischem Wald und Böhmer Wald, wunderschön und sehenswert. Das möchte ich an dieser Stelle unbedingt einmal erwähnen. Für Urlauber, Wanderer und Radfahrer ebenfalls bestens zu empfehlen.
Am Pfingstsonntag besuchten wir dann noch mit einem angemieteten Kleinbus das „Erika-Fuchs-Haus“ in Schwarzenbach an der Saale. Für mich ein Highlight, da ich, wie viele von den Tour-Teilnehmern bestimmt auch, bewusst oder unbewusst, mit Erika Fuchs groß geworden sind. Erika Fuchs war ab den 50er-Jahren für lange Zeit nämlich die zuständige Redakteurin im Ehapa-Verlag, für die Einführung und Übersetzung von Walt Dineys „Micky Maus-Geschichten“ in Deutschland. Ihr verdanken wir den unübertroffenen Wortwitz in den Sprechblasen von Micky, Donald, Dagobert und Co.
Leider waren wir dieses Jahr nur 16 Teilnehmer, was eindeutig am Termin „Pfingsten“ lag, weil so ein längeres Wochenende doch eher für Enkel- und Familientreffen genutzt wird. So haben es uns auch etliche Stamm-Tourler mitgeteilt.
Das werden wir zukünftig natürlich berücksichtigen.
Aber alles in allem war es eine lustige, interessante und übersichtliche Tour. In der Hoffnung, bei der nächsten Tour-de-Bier wieder auf alte Mannschaftsstärke anzuwachsen, verbleibe(n) ich/wir mit den besten und bierigsten Grüßen (ever).
